Fußball EM 1976 in Jugoslawien

Gastgeber: Jugoslawien
Teilnehmerzahl: 4 bei der Endrunde, 32 in der Qualifikation
Gewinner: Tschechoslowakei
Finalist: Deutschland
Torschützenkönig: Dieter Müller (4 Tore)

1976 fand die fünfte Fußball-Europameisterschaft statt. Gastgeber der EM 1976 war Jugoslawien. Vom 16. Juni bis zum 20. Juni fand die EM statt – aus heutiger Sicht ein sehr kurzer Zeitraum. Allerdings fanden auch nur vier Spiele statt.

Das ein oder andere Jubiläum prägte die EM 1976. Denn es war das erste Turnier, bei dem das Finale im Elfmeterschießen entschieden wurde. Die Zeit vom Münzwurf oder einem Wiederholungsspiel war vorbei – fortan diente das Elfmeterschießen der Entscheidung eines Spiels nach einem Unentschieden. Zudem wurde die damalige Tschechoslowakei zum ersten Mal Weltmeister. Doch dazu später mehr….

EM 1976 Teilnehmer

Die deutsche Nationalelf konnte bei der EM 1976 übrigens erneut in das Finale kommen. Allerdings verlor der Titelverteidiger dort gegen Tschechien in der berühmten Nacht von Belgrad. Einen Erfolg gab es dennoch für die deutsche Nationalmannschaft – denn Dieter Müller wurde mit 4 Toren Torhüter. Erneut war ein Deutscher namens Müller derjenige Spieler mit den meisten Toren – viermal traf er in Jugoslawien.

Verlauf des Turniers

Bei der EM 1976 wurde erneut im Voraus eine Qualifikation mit 32 Nationalmannschaften durchgeführt. Die Gruppensieger mussten in einem entscheidenden Viertelfinale um die Teilnahme an der EM 1976 spielen. Erneut war der Gastgeber der Europameisterschaft einer der vier erfolgreichen Qualifikanten. Deutschland, Jugoslawien, Niederlande und die Tschechoslowakei qualifizierten sich für die Endrunde der EM 1976.

In zwei Halbfinals fiel die Entscheidung über die Finalteilnehmer. Die Auslosung ergab ein Aufeinandertreffen der Tschechoslowakei und der Niederlande und ein Duell zwischen dem Gastgeber Jugoslawien und dem Titelverteidiger Deutschland.

Im ersten Halbfinale setzte sich die Tschechen gegen die Niederlande durch. Nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit konnten die Tschechen in der Verlängerung noch zwei weitere Tore erzielen und somit 3:1 gewinnen. Die Tschechoslowakei war folglich der erste Finalteilnehmer.

DatumTeam 1Erg.Team 2
🔶 Halbfinale
16.06.1976ČSSR3:1 (1:0, 1:1) n.V.Niederlande
17.06.1976Deutschland4:2 (0:2, 2:2) n.V.Jugoslawien
🔶 3. Platz
19.06.1976Jugoslawien2:3 (1:2, 2:2) n.V.Niederlande
🔶 Finale
20.06.1976ČSSR5:3 (2:1, 2:2, 2:2) i.E.Deutschland

Doch wer wurde der Gegner der Nationalmannschaft der Tschechoslowakei? Auch im zweiten Halbfinale fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung. Nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit traf Dieter Müller in der Verlängerung zwei weitere Male. Das Endergebnis 4:2. Ein weiteres Mal war Deutschland, wie bereits vier Jahre zuvor, im Finale einer EM.

Im Finale fand ein Duell zwischen Weltmeister und Titelverteidiger Deutschland sowie der Tschechoslowakei statt. Bereits früh führte die Tschechoslowakei mit 2:2. In der letzten Minute konnte Bernd Hölzenbein jedoch ausgleichen. Erneut gab es eine Verlängerung. Anders als im Halbfinale konnte allerdings keine der beiden Mannschaften die zusätzliche Spielzeit zu ihrem Vorteil nutzen. Es gab zum ersten Mal eine Entscheidung durch das Elfmeterschießen. Die Tschechen waren vom Punkt sicherer, sodass diese letztendlich 5:3 gewannen. Deutschland war geschlagen – die Tschechoslowakei Weltmeister.

Der Europameister

Die EM 1976 in Jugoslawien – dies war zugleich der größte Erfolg der tschechischen Fußballer. Niemals wieder sollten die Tschechoslowakei bzw. das heutige Tschechien einen Titel bei einem großen Turnier gewinnen.

Der EM-Sieg 1976 bleibt der einzige, bis heute unvergessene, Titel für die Tschechoslowakei.

Das Finale fand im roten Stern Belgrad Stadion statt. Vlada Marinković, Fk Red Star stadium, CC BY-SA 3.0

 

Der deutsche Kader – wer spielte?

Erneut stand Sepp Maier in einem großen Turnier im Tor der deutschen Nationalmannschaft. Zu der großartigen Defensivleistung trugen darüber hinaus der deutsche Kapitän Franz Beckenbauer und, sein Kollege vom FC Bayern, Hans-Georg Schwarzenbeck bei. Auch Berti Vogts spielte in der deutschen Verteidigung.

Im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft drehte sich das Spiel um Uli Hoeneß, Rainer Bonhof und Hannes Bongartz. Im Sturm spielten Bernd Hölzenbein und Dieter Müller, wobei vor allem Dieter Müller mit seinen vier Toren in der Endrunde zum Finaleinzug beitragen konnte.

Trainer der deutschen Mannschaft war erneut Helmut Schön.

DFB Kader bei der EM 1976

 RNNameVereinGeb
Torhüter
18Rudi KargusHamburger SV15.08.1952
1Sepp MaierBayern München28.02.1944
Abwehr
5Franz BeckenbauerBayern München11.09.1945
7Rainer BonhofBor. Mönchengladbach29.03.1952
3Bernard DietzMSV Duisburg22.03.1948
17Manfred KaltzHamburger SV06.01.1953
16Peter NoglyHamburger SV14.01.1947
4Georg SchwarzenbeckBayern München03.04.1948
2Berti VogtsBor. Mönchengladbach30.12.1946
Mittelfeld
10Erich BeerHertha BSC09.12.1946
14Hannes BongartzFC Schalke 0403.10.1951
13Dietmar DannerBor. Mönchengladbach29.11.1950
15Heinz Flohe1. FC Köln28.01.1948
8Uli HoeneßBayern München05.01.1952
11Bernd HölzenbeinEintracht Frankfurt09.03.1946
6Herbert WimmerBor. Mönchengladbach09.11.1944
Sturm
9Dieter Müller1. FC Köln01.04.1954
12Ronnie WormMSV Duisburg07.10.1953
Trainer
Helmut Schön15.09.1915
Co-Trainer
Jupp Derwall10.03.1927

Die deutschen DFB-Trikots – wie sah es aus? 

Anders als heute gab es in der damaligen Zeit keine aufwändigen Präsentationen der deutschen Trikots. Die Verantwortlichen entschieden sich sogar dazu, dass Erfolgstrikot der Jahre zuvor beizubehalten.

Weiße Stutzen, Schwarze Hosen und ein weißes Jersey waren auch dieses Mal das Outfit der deutschen Nationalmannschaft – „never change a winning jersey“ – das war anscheinend das Motto der Deutschen.

DFB EM 1976 Heimtrikot
DFB EM 1976 Awaytrikot