Fußball EM 1996 in England

Gastgeber: England
Teilnehmerzahl: 16
Gewinner: Deutschland
Finalist: Tschechien
Torschützenkönig: Alan Shearer (5 Tore)

Die Europameisterschaft 1996 war das zehnte Jubiläum des europäischen Turniers. Vom 8. Juni bis zum 30. Juni im Jahr 1996 fand die Endrunde dieser EM in England. Bei der zehnten WM gab es ein Novum in puncto Turniermodus – denn fortan sollten 16 Mannschaften in vier Gruppen gegeneinander antreten – zuvor waren es immer nur 8 Nationen in zwei Gruppen, die um die Halbfinaltickets spielten.

Im Endspiel am 30. Juni 1996 konnte die deutsche Nationalmannschaft den dritten EM-Titel holen – und das im altehrwürdigen Londoner Wembley-Stadion. Doch auch der Gastgeber England konnte wenigstens einen Titel Zuhause behalten. Denn der englische Stürmer Alan Shearer wurde mit fünf Turniertoren der Torschützenkönig der EM 1996.

Verlauf des Turniers 

16 Mannschaften, vier Gruppen und acht Viertelfinalplätze – das war die Ausgangssituation der EM-Endrunde in England. Nach der Auslosung von vier Gruppen war es klar, dass die deutsche Nationalmannschaft auf Tschechien, Italien und Russland trifft. Doch auch die anderen Gruppen hatten es in sich.

In der Gruppe A der EM 1996 in England triumphierte der Gastgeber England. Mit sieben Punkten gelang das Weiterkommen relativ souverän. Auf dem zweiten Platz, der auch für die Teilnahme am Viertelfinale berechtigte, landete die niederländische Nationalmannschaft.

Tabelle Gruppe A

#MannSp.S.U.N.ToreDif.Pk.
1England32107:257
2Niederlande31113:4-14
3Schottland31111:2-14
4Schweiz30121:4-31

In der Gruppe B triumphierten die französische Elf und die spanische Nationalmannschaft. Bulgarien und Rumänien zogen den Kürzeren und mussten den Weg nach Hause antreten.

Tabelle Gruppe B

#MannSp.S.U.N.ToreDif.Pk.
1Frankreich32105:237
2Spanien31204:315
3Bulgarien31113:4-14
4Rumänien30031:4-30

Als einer der Turnierfavoriten gelang auch der deutschen Nationalmannschaft die Qualifikation überaus souverän. Mit sieben Punkten und 2 Siegen sowie einem Unentschieden wurde die deutsche Elf Gruppenerster. Tschechien folgte den Deutschen ins Viertelfinale der EM 1996.

Tabelle Gruppe C

#MannSp.S.U.N.ToreDif.Pk.
1Deutschland32105:057
2Tschechien31115:6-14
3Italien31113:304
4Russland30124:8-41

In der letzten Gruppe konnten sich die Portugiesen und die Kroaten durchsetzen. In der Gruppe D schied mit Dänemark ein Europameister der Vergangenheit bereits in der Vorrunde aus.

Tabelle Gruppe D

#MannSp.S.U.N.ToreDif.Pk.
1Portugal32105:147
2Kroatien32014:316
3Dänemark31114:404
4Türkei30030:5-50

Die Paarungen für das Viertelfinale standen also fest – es konnte los gehen. Vier Halbfinaltickets waren das Ziel der Mannschaften im Viertelfinale. Das erste Ticket löste die deutsche Nationalmannschaft mit einem 2:1 Sieg gegen Kroatien. Auch der Gastgeber England konnte ins Halbfinale einziehen. In der Verlängerung gewannen die Three Lions mit 4:2 gegen die spanische Nationalelf. Frankreich und Tschechien komplettierten das Teilnehmerfeld des Halbfinales der EM 1996 in England.

Mit Tschechien konnte sich die erste Nation im Elfmeterschießen für das anschließende Finale qualifizieren. Es stellte sich nur noch die Frage, ob sie auf den Gastgeber England oder die deutsche Elf treffen sollten. Auch der Klassiker England gegen Deutschland wurde erst im Elfmeterschießen entschieden. Die Engländer erlitten ein weiteres Elfmetertrauma und verloren mit 5:6. Deutschland war im Finale.

EM 1996 in England Spielplan

DatumTeam 1Erg.Team 2
🔶 Gruppe 1
08.06.1996England1:1 (1:0)Schweiz
10.06.1996Niederlande0:0 (0:0)Schottland
13.06.1996Niederlande2:0 (0:0)Schweiz
15.06.1996England2:0 (0:0)Schottland
18.06.1996Schottland1:0 (1:0)Schweiz
England4:1 (1:0)Niederlande
🔶 Gruppe 2
09.06.1996Bulgarien1:1 (0:0)Spanien
10.06.1996Frankreich1:0 (1:0)Rumänien
13.06.1996Bulgarien1:0 (1:0)Rumänien
15.06.1996Frankreich1:1 (0:0)Spanien
18.06.1996Frankreich3:1 (1:0)Bulgarien
Spanien2:1 (1:1)Rumänien
🔶 Gruppe 3
09.06.1996Deutschland2:0 (2:0)Tschechien
11.06.1996Italien2:1 (1:1)Russland
14.06.1996Tschechien2:1 (2:1)Italien
16.06.1996Deutschland3:0 (0:0)Russland
19.06.1996Deutschland0:0 (0:0)Italien
Tschechien3:3 (2:0)Russland
🔶 Gruppe 4
09.06.1996Dänemark1:1 (1:0)Portugal
11.06.1996Kroatien1:0 (0:0)Türkei
14.06.1996Portugal1:0 (0:0)Türkei
16.06.1996Kroatien3:0 (0:0)Dänemark
19.06.1996Portugal3:0 (2:0)Kroatien
Dänemark3:0 (0:0)Türkei
🔶 Viertelfinale
22.06.1996England4:2 (0:0, 0:0, 0:0) i.E.Spanien
Frankreich5:4 (0:0, 0:0, 0:0) i.E.Niederlande
23.06.1996Deutschland2:1 (1:0)Kroatien
Tschechien1:0 (0:0)Portugal
🔶 Halbfinale
26.06.1996Tschechien6:5 (0:0, 0:0, 0:0) i.E.Frankreich
Deutschland6:5 (1:1, 1:1, 1:1) i.E.England
🔶 Finale
30.06.1996Deutschland2:1 (0:0, 1:1) n.V.Tschechien

Das Finale der Europameisterschaft 1996 lautete Deutschland gegen Tschechien. Entschieden wurde das Spiel übrigens in der Verlängerung via Golden Goal. In der 95. Spielminute traf Oliver Bierhoff zum 2:1. Deutschland war Europameister – und das sage und schreibe bereits zum dritten Mal bei der zehnten Austragung einer Europameisterschaft.

Der Europameister

Bereits in der WM-Qualifikation begann der souveräne Lauf der deutschen Mannschaft. Mit 8 Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage landeten die Kicker rund um Klinsmann, Scholl und Köpke auf Platz 1 der Qualifikationsgruppe.

Und auch bei der Endrunde in England ließ die deutsche Mannschaft keinerlei Zweifel daran aufkommen, wer letztendlich als Sieger des Turniers hervorgehen wird.

Der deutsche Kader – wer spielte? 

Der deutsche Kader war von verschiedenen Stars und namhaften Spielern geprägt. Im Tor war Andreas Köpke von Eintracht Frankfurt die Nr.1 der deutschen Mannschaft. Als Ersatz stand bereits Oliver Kahn in den Startlöchern und wartete verheißungsvoll auf den Beginn seiner langen Nationalmannschaftskarriere.

In der Defensive spielten vor allem das bayrische Trio Christian Ziege, Markus Babbel und Thomas Helmer. Ergänzt wurde die Bayern-Defensive meistens vom Dortmunder Stefan Reuter.

Stefan Reuter nach WM Meisterschaft 1990

Im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft zogen Andreas Möller und Thomas Häßler die Fäden. Auch Matthias Sammer, Mehmet Scholl und Thomas Strunz hatten einen entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland erneut den EM-Titel gewann.

Im Sturm des von Berti Vogts trainierten Teams spielten Oliver Bierhoff, Fredi Bobic und Stefan Kuntz. Mit drei Toren hatte auch der spätere Nationalcoach und Torjäger Jürgen Klinsmann großen Anteil am Turniersieg.

DFB Kader bei der EM 1996

 RNNameVereinGeb
Torhüter
12Oliver KahnBayern München15.06.1969
1Andreas KöpkeEintracht Frankfurt12.03.1962
22Oliver ReckWerder Bremen27.02.1965
Abwehr
14Markus BabbelBayern München08.09.1972
5Thomas HelmerBayern München21.04.1965
15Jürgen KohlerBorussia Dortmund06.10.1965
2Stefan ReuterBorussia Dortmund16.10.1966
16René SchneiderHansa Rostock01.02.1973
Mittelfeld
13Mario BaslerWerder Bremen18.12.1968
21Dieter EiltsWerder Bremen13.12.1964
4Steffen FreundBorussia Dortmund19.01.1970
10Thomas HäßlerKarlsruher SC30.05.1966
7Andreas MöllerBorussia Dortmund02.09.1967
6Matthias SammerBorussia Dortmund05.09.1967
8Mehmet SchollBayern München16.10.1970
19Thomas StrunzBayern München25.04.1968
23Jens TodtSC Freiburg05.01.1970
17Christian ZiegeBayern München01.02.1972
Sturm
20Oliver BierhoffUdinese Calcio01.05.1968
9Fredi BobicVfB Stuttgart30.10.1971
3Marco BodeWerder Bremen23.07.1969
18Jürgen KlinsmannBayern München30.07.1964
11Stefan KuntzBe?ikta?30.10.1962
Trainer
Berti Vogts30.12.1946
Torwart-Trainer
Sepp Maier28.02.1944

Die deutschen DFB-Trikots – wie sah es aus?

Im Laufe der Zeit wurden die deutschen Nationalmannschaftstrikots immer aufwändiger und detaillierter gestaltet. Das Heimjersey der deutschen Mannschaft war erneut im traditionellen schwarz-weiß designt. Dabei befanden sich auf der Brust des Trikots verschiedene Applikationen – die Trikotnummer, der Schriftzug von Adidas und das Logo des DFB. Auch auf den Ärmeln des Trikots gab es verschiedene farbliche Akzente, während der Kragen des DFB Trikots in den schwarz-rot-goldenen Landesfarben umrandet war.

DFB EM 1996 Heimtrikot
DFB EM 1996 Away trikot

Beim Auswärtsshirt der deutschen Elf setzten die Designer erneut auf grün. Dazu gab es mehrere, weiße auffällige Vertikalstreifen, die für farbliche Abwechslung sorgten. Auch bei dieser Trikotvariante gab es am Kragen schwarz-rot-goldene Streifen.

 

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