Playoff Spiele zur Fußball EM 2020

Was sind die Playoff Spiele zur EM 2020?

Bei der 16. Europameisterschaft 2020 werden die letzten vier Startplätze in Playoff-Spielen ermittelt – dieses Mal gibt es eine wichtige Neuerung. Denn die letzten vier Startplätze werden unter den 16 Besten noch nicht qualifizierten Teams der neuen UEFA Nationenliga vergeben!

Zusammenfassung

  • 20 Teilnehmer für die EM 2020 Endrunde stehen fest, die restlichen vier Teams werden über Playoff-Spiele ermittelt.
  • Hat sich ein Team nicht über die Qualifikations-Gruppenphase qualifiziert, gibt es noch die Möglichkeit über die Playoffs sich zu qualifizieren.
  • Im März 2020 wird es 8 Playoff-Spiele mit jeweils einem Hin- und einem Rückspiel geben.
  • In der deutschen EM-Endrundengruppe wird es ein Team aus den Playoff-Wegen A oder D geben.
  • Die Ergebnisse der Nations Leage 2018/2019 legen fest, wer bei den Playoffs spielen darf.
  • Das sind die 20 Teilnehmer der Em 2020 Endrunde.

In den EM Playoffs werden auch kleinere Teams aus den Nations League Ligen C und D antreten können. Generell lässt sich sagen, dass die neu gestalteten Playoffs die kleineren Teams bevorzugen. Es gibt die 4 sogenannten Wege A bis D aus denen sich jeweils ein Team qualifiziert – ein wichtiger Teil des Regelwerks sieht vor, dass die Vertreter Nations League Ligen A und D in den entsprechenden Wegen spielen. Bei den EM Playoffs 2020 erhalten dadurch Georgien, Weißrussland, Kosovo oder Mazedonien aus Liga D die Chance auf eine Teilnahme an der EURO 2020. Aber es gibt auch Sonderregelungen, wenn sich zu viele Teams aus den Nations League Ligen A und B über die herkömmliche Qualifikation qualifizieren.

Deutschland bleibt von den Playoff-spielen verschont und qualifiziert sich über die Quali-Gruppenphase. (Photo by INA FASSBENDER / AFP)
Deutschland bleibt von den Playoff-spielen verschont und qualifiziert sich über die Quali-Gruppenphase. (Photo by INA FASSBENDER / AFP)

Was bedeutet der neue Playoff-Modus für die DFB-Mannschaft?

Der neue Playoff-Modus hat wahrscheinlich wenig Auswirkungen für die deutsche Nationalmannschaft. Lediglich der 3.Gegner in der Gruppe F der EM Endrunde muss noch ausgespielt werden.

#MannschaftSp.S.U.N.ToreDif.Pk.
1Sieger Play-off-Weg A00000:000
2🇵🇹 Portugal00000:000
3🇫🇷 Frankreich00000:000
4🇩🇪 Deutschland00000:000

Wann stehen die letzten 4 EM Teilnehmer fest?

Die letzten 4 EM Teilnehmer werden in den Playoffs zwischen dem 26. und 31. März ermittelt. Insgesamt 16 Playoff-Teilnehmer spielen über 4 Wege die offenen EM Startplätze aus.

Die 16 Teilnehmer spielen in 4 K.O.-Systemen – mit 8 Halbfinalspielen und insgesamt 4 Finalspielen – gegeneinander. Die Halbfinalspiele finden am 26. März 2020 statt. Nach den 4 Finalspielen am 31. März 2020 stehen die letzten 4 EM Teilnehmer fest.

Wer spielt gegen wen bei den EM 2020 Playoffs?

  • Playoff A: Island gegen Rumänien, Bulgarien gegen Ungarn
  • Playoff B: Bosnien und Herzegowina gegen Nordirland, Slowakei gegen Irland
  • Playoff C: Schottland gegen Israel, Norwegen gegen Serbien
  • Playoff D: Georgien gegen Weißrussland, Nordmazedonien gegen Kosovo

Die 4 Wege A, B, C und D stehen für die Nations League Ligen A-D. In Weg A spielen normalerweise die 4 Gruppensieger aus der Nations League Liga A– da diesmal allerdings bereits 11 von 12 Nations League-Teams aus Liga A bereits qualifiziert sind, rücken Teams aus unteren Ligen nach und erhalten eine Chance auf die UEFA Euro 2020.

Was gibt es für Auswirkungen auf die EM Gruppen?

In der deutschen Gruppe E ist eine Auslosung zum Heimrecht nicht nötig, denn Ungarn kann sich nur noch über den Umweg EM Playoffs qualifizieren. Deutschland hat bei der EM 2020 auf jeden Fall 3 Heimspiele in München.

Inzwischen ist auch bekannt, in welche EM Gruppen die Teilnehmer aus den Playoff-Wegen kommen. Das sieht folgendermaßen aus:

Diese Zuordnung geschieht auf dem Level von Lostopf 4, indem sich Finnland und Wales befinden. Diese beiden Teams werden bei der Gruppenauslosung am 30. November in Gruppe A oder B gelost.

Alle EM-Lostöpfe für die Gruppenauslosung

So sehen die anderen Lostöpfe für die EM 2020 Gruppenauslosung aus:

Topf 1: Alle Teams aus diesem Topf sind bereits fix auf Gruppen verteilt

Topf 2: Frankreich, Polen, Schweiz, Kroatien sowie die bereits verteilten Gastgeber Russland und Niederlande

Topf 3: Portugal, Türkei, Österreich, Schweden, Tschechien sowie der bereits verteilte Gastgeber Dänemark

Topf 4: Wales, Finnland und die Sieger der vier Play-off-Wege; sollte sich die Ungarn in den Playoffs durchsetzen, landen sie als Co-Gastgeber in Gruppe F.

Topf 1Topf 2Topf 3Topf 4
🇮🇹 Italien🇭🇷 Kroatien🇦🇹 Österreich🇫🇮 Finnland
🇧🇪 Belgien🇷🇺 Russland🇹🇷Türkei🏴󠁧󠁢󠁷󠁬󠁳󠁿Wales
🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 England🇨🇭 Schweiz🇩🇰 Dänemark4 Teams aus Playoffs
🇺🇦 Ukraine🇫🇷 Frankreich🇸🇪 Schweden
🇪🇸 Spanien🇵🇱 Polen🇵🇹 Portugal
🇩🇪 Deutschland🇳🇱 Niederlande🇨🇿 Tschechien

Wie werden die EM Playoff Teilnehmer ermittelt?

Spielberechtigt sind bei den Playoffs 16 top-gerankte Teams aus der Nations League, die noch nicht für die EM 2020 qualifiziert sind. Idealtypisch gehen die 16 Startplätze in den Playoffs an die 16 Gruppensieger der Nations League. Das ist allerdings nicht immer möglich, wenn sich Teams bereits in den European Qualifiers qualifiziert haben.

Der Sonderfall, dass sich Gruppensieger der Nations League bereits über die herkömmlichen UEFA European Qualifiers qualifiziert haben, ist bei der Premiere der neuen Playoffs direkt eingetreten. In diesem Fall werden Ersetzungstabellen bzw. Rankings verwendet, um Nachrücker zu bestimmen – in der Realität würde dieser Sonderfall wahrscheinlich fast jedes Mal eintreten, weil sich die besten Teams aus Nations League Liga A in den European Qualifiers qualifizieren.

Das Vergabeverfahren der 16 Plätze ist eigentlich nicht sehr kompliziert. Zuerst werden nach Abschluss der Nations League die 55 Teilnehmer in ein virtuelles Ranking gepackt. Die Teams aus Liga A kommen in diesem Ranking vor den Teams aus Liga B, C, D.

Nach dem Abschluss der UEFA European Qualifiers wird verglichen, welche Gruppensieger aus den Ligen bereits qualifiziert sind und nicht an den Playoffs teilnehmen. Die qualifizierten Gruppensieger hinterlassen freie Plätze in den Playoffs, die zunächst innerhalb der Liga an das nächstbeste Team im Ranking vergeben. Wenn noch nicht alle 4 Plätze innerhalb der Liga vergeben sind – weil alle Teams qualifiziert sind oder bereits ein Playoff-Ticket haben – rücken Teams aus unteren Ligen nach. Es wird zunächst in Liga D aufgefüllt, dann in Liga C und so weiter.

Bei den EM Playoffs 2020 waren aus den Nationenligen A und B zum Beispiel nur noch 5 Teams übrig, die die Qualifikation über die European Qualifiers nicht geschafft haben. Deswegen durften insgesamt 3 Teams aus Liga C nachrücken – Bulgarien, Rumänien und Ungarn spielen in Weg A gemeinsam mit Island um das EM Ticket.

Verständlicher wird das Verfahren mit den Visualisierungen von verschiedenen Szenarien auf der UEFA Homepage. https://www.uefa.com/european-qualifiers/simulator/ Auf dieser Seite gibt es einen guten Überblick und viele Erklärungen wie das Ganze abläuft – allerdings ist die Page in Englisch. Aber man findet diese verschiedenen Szenarien an der Stelle, wo steht: „Please refer to our Example scenario for an explanation of the selection process.“

Welche Teams nehmen an den EM Playoffs 2020 teil?

Dies sind die 16 Teams der EM Playoffs 2020 im Kurzüberblick:

Island: Island war schon Teilnehmer bei der EM 2016 und der WM 2018 – die Isländer eroberten mit dem Haka-Tanz vor dem Spiel und Underdog-Image die Herzen der Fans. Bei der EM 2016 kam die Mannschaft mit Islands EM Star Gylfi Sigurdsson bis ins Viertelfinale. Ein weiterer bekannter Spieler Islands ist Mittelstürmer Alfred Finnbogason, der für den FC Augsburg in der Bundesliga spielt. Noch bis vor wenigen Jahren galt Island immer als krasser Außenseiter – inzwischen herrschen auf Island aber das ganze Jahr bessere Trainingsbedingungen durch den Bau von Trainingshallen. Durch regelmäßiges Training verbesserte sich die Leistung der Nationalmannschaften.

Bosnien-Herzegowina: Bosnien-Herzegowina ist eine von den jüngeren Fußball-Nationalmannschaft bei der EM 2020. Bisher konnte sich das Team noch nie für eine Europameisterschaft qualifizieren. Größter Erfolg war die Teilnahme an der WM 2014 –bei den letzten beiden EM Qualifikationen scheiterte Bosnien-Herzegowina jeweils in den Playoffs gegen Irland (EM 2004) und Portugal (EM 2000). In der Mannschaft stehen einige bekannte Spieler, wie z.B. der Rekordnationalspieler Edin Džeko (AS Rom), Miralem Pjanic (Juventus) oder Sead Kolasinac (FC Arsenal).

Slowakei: Die Slowakei war einmal Teilnehmer bei einer Europameisterschaft. Das EM 2016 Turnier endete für die Slowakei im Achtelfinale, wo das Team auf die deutsche Mannschaft traf. Das Endergebnis lautete 0:3 für die DFB-Elf und die Tore machten Boateng, Gómez und Draxler. Slowakei nimmt bei der EM 2020 erstmalig an EM Playoffs teil. Das Team hat mit Marek Hamsik (Dalian Yifang) einen erfahrenen Kapitän – Milan Skriniar (Inter Mailand), Stanislav Lobotka (Celta Vigo) und Ondrej Duda (Hertha BSC) sind jüngere Spieler der nächsten Generation.

Republik Irland: Irland war bereits dreimal für eine EM Endrunde qualifiziert. Erstmalig war Republik Irland bei der EM 1988 in Deutschland vertreten – damals wurde man Gruppensieger in der Qualifikation. Bei den weiteren EM Teilnahmen 2012 und 2016 erfolgte die Qualifikation über die Playoffs, wo Irland gegen Estland (EM 2012) und Bosnien-Herzegowina (EM 2016) siegen konnte. Die Iren wissen also, wie es geht, sich in den EM Playoffs durchzusetzen. Das Team um Kapitän Seamus Coleman (FC Everton) könnte im Playoff-Finale auf Nachbarn Nordirland treffen.

Nordirland: Nordirland war bei der EM 2016 erstmals bei einer Europameisterschaft vertreten. Mit einem Sieg gegen Ukraine und zwei Niederlagen gegen Deutschland und Polen in der EM Gruppe C erreichte Nordirland das Achtelfinale – dort war nach einer 1:0-Niederlage gegen Wales Schluss. Bereits bei der EM 1984 stand Nordirland kurz vor der Qualifikation – damals scheiterte das Team aber punktgleich wegen des schlechteren Torverhältnis an Deutschland. Nordirlands EM Stars sind Jonny Evans (Leicester City) und der Nachwuchsspieler Jamal Lewis (Norwich City).

Schottland: Die letzten EM Erfolge Schottlands liegen eine längere Zeit zurück. Die beiden einzigen EM Teilnahmen gab es 1992 und 1996. Bei den EM Playoffs 2000 scheiterte Schottland an England und 2004 an den Niederlanden. Bei der EM 2020 ist Schottland Co-Gastgeber und bei den Playoffs spielberechtigt. EM Star Schottlands ist der Linke Verteidiger Andrew Robertson vom FC Liverpool – das junge schottische Team würde in EM Gruppe C auf England treffen.

Norwegen: Norwegen ist zwar ein Dauerbrenner der EM Qualifikation und war seit der EM 1960 jedes Mal dabei – aber bisher hat es nur zu einer EM Teilnahme gereicht. Bei der EM 2000 schied Norwegen allerdings in der Vorrunde aus. Bisher war Norwegen zweimal in den EM Playoffs: 2004 war Spanien besser und 2016 verlor Norwegen die Playoffs gegen Ungarn. Ein bekannter Spieler Norwegens ist Stammkeeper Rune Jarstein (Hertha BSC) – wertvollster Spieler mit einem Marktwert von 21 Millionen ist der 21-jährige Sander Berge (KRC Genk).

Serbien: Serbien ist von den Namen her eines der besten Teams in den EM Playoffs – die Teilnahme an der EM 2020 wäre trotzdem eine Premiere. Serbien tritt erst seit 2006 als eigenständiges Land an, aber konnte sich noch nie für eine Europameisterschaft qualifizieren. Das Team hat ein paar richtig gute Spieler in den eigenen Reihen, u.a. die talentierten Spieler Sergej Milinkovic-Savic (Lazio Rom) und Nikola Milenkovic (AC Florenz). Torgarant der serbischen Mannschaft ist Aleksandar Mitrovic (FC Fulham) der in den ersten 55 Länderspielen 34 Tore erzielte.

Bulgarien: Bulgarien hat an allen EM Qualifikationen seit 1960 teilgenommen und konnte sich zweimal qualifizieren. Die beiden EM Teilnahmen gab es 1996 und 2004, wo Bulgarien aber jeweils in der Vorrunde ausschied. Diesmal hätte es für Bulgarien fast wieder nicht gereicht – in der Nations League wurde Bulgarien nur Gruppenzweiter. Bulgarien rutschte aber dann doch erstmalig in die Playoffs und hat noch eine Chance für die Qualifikation. Wichtig sind die Spieler von PFK Ludogorets Razgrad – der Club konnte seit 2011 achtmal die bulgarische Meisterschaft holen.

Israel: Israel ist über Umwege im europäischen Fußball-Verband UEFA gelandet. Seit 1991 ist Israel Mitglied der UEFA – zur hatten vor allem die Mitglieder aus den osteuropäischen Ländern was gegen eine Aufnahme in die UEFA. Auf Einwirken von arabischen Staaten wurde Israel schon 1974 aus dem asiatischen Verband ausgeschlossen. Seit der Aufnahme in die UEFA ist Israel bei EM Qualifikationen spielberechtigt – bisher ohne eine Teilnahme an der EM Endrunde oder den Playoffs. Bei der EM 2020 kann Israel mit dem österreichischen Trainer Andreas Herzog (ehemals Werder Bremen und Bayern München) für die große Überraschung sorgen.

Ungarn: Für Fans von Fußball-Klassikern ist Ungarn ein Leckerbissen. Ungarn gehörte vor allem in den 1950er- und 1960-Jahren im Fußball weltweit zu den absoluten Spitzenmannschaften. Bei der EM 1964 wurde Ungarn Dritter und 1972 nochmal Vierter. Nach der EM 1972 folgte eine lange Durststrecke für die Ungarn – erst bei der EM 2016 konnten sie sich wieder qualifizieren und schieden im Achtelfinale gegen Belgien aus. Der ungarische Fußball hat einige Bezüge zur Bundesliga, wo mehrere bekannte Ungarn-Spieler unter Vertrag stehen, wie z.B.: Kapitän Willi Orban, Péter Gulácsi (beide RB Leipzig), Roland Sallai (SC Freiburg) oder Ádám Szalai (Mainz 05).

Rumänien: Rumänien gehört zu den erfahrenen Teams in den EM 2020 Playoffs. Die rumänische Fußballnationalmannschaft konnte sich in ihrer Geschichte für 5 Europameisterschaften qualifizieren: EM 1984, EM 1996, EM 2000, EM 2008 und EM 2016. Im Jahr 2000 überstand Rumänien sogar die Vorrunde. In der EM 2020 Qualifikation hatte Rumänien hinter Spanien und Schweden das Nachsehen –diesmal nimmt Rumänien zum ersten Mal an den EM Playoffs teil. In dem Team befinden sich kaum wirklich bekannte EM Stars. Spitzenreiter und wertvollster Spieler ist Razvan Marin (Ajax Amsterdam) mit einem Marktwert von 13,50 Mio. €.

Georgien: Georgien nimmt seit 1996 als eigenständiges Land an den Europameisterschaften teil – zuvor war Georgien als Teil der UdSSR bzw. GUS mit von der Partie. Bisher konnte sich Georgien nie als eigenständige Mannschaft qualifizieren. Zweimal hatte man in der jeweiligen Qualifikationsgruppe hinter Deutschland das Nachsehen. Der georgische Kader besteht zu über 90 Prozent aus Legionären, die im Ausland auf der ganzen Welt verstraut spielen – unter anderem in USA, Russland, Spanien, Schweden, Polen oder Belgien. Der wertvollste Spieler ist der Innenverteidiger Solomon Kvirkvelia (Lokomotive Moskau).

Nordmazedonien: Das erste Pflichtspiel absolvierte Nordmazedonien (damals: Mazedonien) in der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 1996 am 7. September 1994 daheim gegen Europameister Dänemark (1:1). Für eine Teilnahme hat es bei Nordmazedonien noch nicht gerecht – bisher scheiterte das Team immer in der Qualifikation jedes Mal mit einem beträchtlichen Abstand zu den Gruppensiegern. Diese Playoff-Teilnahme bei der EM 2020 ist die erste in der Geschichte des Landes. Zwei EM Stars bei Nordmazedonien sind Eljif Elmas (SSC Neapel) und Enis Bardhi (UD Levante).

Kosovo: Kosovo ist erst seit dem 3. Mai 2016 als 55. Mitglied in die UEFA aufgenommen worden. Die EM 2020 Qualifikation ist folgerichtig die erste für den Kosovo. Die Teilnahme an der EM 2020 im ersten Anlauf wäre für die kleine Fußballnation eine echte Überraschung. Insgesamt drei Spieler der kosovarischen Nationalmannschaft spielen in Deutschland: Milot Rashica (Werder Bremen), Fanol Përdedaj (1. FC Saarbrücken), Florent Muslija (Hannover 96)und Besar Halimi (SV Sandhausen). Rashica ist der wertvollste Spieler vor Valon Berisha (Lazio Rom) und Florent Hadergjonaj (Huddersfield).

Weißrussland: Weißrussland war in der UEFA European Qualifiers Gruppe C mit Deutschland, Niederlande und Nordirland vertreten und wurde dort mit nur vier Punkten Tabellenvierter. Das Team von Weißrussland ist damit zum siebten Mal in Folge an der Qualifikations-Gruppe gescheitert – durch das gute Abschneiden in der Nations League könnten sie aber über den Umweg Playoffs noch zur EM kommen. Das Team um den erfahrenen Kapitän Aleksandr Martynovich (FC Krasnodar) muss in den Playoffs Georgen schlagen und hätte dann Heimrecht gegen den Sieger aus dem zweiten Halbfinale.

EM Playoffs 2020: Wer spielt gegen wen?

Bei den EM Playoffs 2020 sind 16 Teams aus 4 Nations League Ligen vertreten: 1 Team aus Liga A, 4 Teams aus Liga B, 7 Teams aus Liga C und 4 Teams aus Liga C. Hier sind die Partien der Wege A, B, C und D im Überblick:

Weg A

  • Playoff A: Island gegen Rumänien, Bulgarien gegen Ungarn

In Weg A sind 3 Teams aus Liga C Vertreten, nämlich Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Dies kommt zu Stande, weil sich insgesamt 19 von 24 Teams aus den Nations League Ligen A und B über die EM Qualifikation qualifizierten. Die Mannschaften aus Liga C rücken in diesem Fall nach.

Weg B

  • Playoff B: Bosnien und Herzegowina gegen Nordirland, Slowakei gegen Irland

In Weg B sind genau 4 Teams übrig, die sich nicht über die UEFA European Qualifiers qualifiziert haben: Bosnien-Herzegowina sowie Slowakei, Republik Irland und Nordirland. Bosnien-Herzegowina ist als Gruppensieger in Nations League Gruppe B1 bereits vor der EM Qualifikation für die Playoffs teilnahmeberechtigt gewesen.

Weg C

  • Playoff C: Schottland gegen Israel, Norwegen gegen Serbien

In Weg C sind 3 von 4 Gruppensiegern der Nations League für die EM Playoffs qualifiziert. Finnland schaffte das Kunststück in der Nations League Liga C den Gruppensieg und sich anschließend die Teilnahme an der Europameisterschaft in der EM Qualifikation zu sichern. Israel ist aus Nations League Liga C im Weg C der Playoffs dabei.

Weg D

  • Playoff D: Georgien gegen Weißrussland, Nordmazedonien gegen Kosovo

In Weg D sind die 4 Gruppenersten aus der Nations League Liga D dabei. Georgien, Nordmazedonien, Kosovo und Weißrussland schafften es nicht sich in UEFA European Qualifiers 2020 zu qualifizieren – eines dieser Teams fährt auf jeden Fall noch zur EM 2020.

Extra Playoff-Auslosung: doch keine nachträgliche Auslosung am 1. April 2020

Bei der Einführung der neuen EM Qualifikation wurde bekannt, dass unter Umständen eine nachträgliche Auslosung für die EM Gruppen nötig wird. Ursprünglich sah der Plan wie folgt aus: die erste Gruppen-Auslosung findet am 30. November in Bukarest/Rumänien statt und die nachträgliche Auslosung am 1. April nach den EM Playoffs, wenn nötig.

Dieser Fall wäre unter anderem eingetreten, wenn sich ein Gastgeberland über die Playoffs qualifiziert, welches bei der Gruppen-Auslosung noch nicht in der richtigen EM Gruppe zugeordnet wurde. Bei der EM 2020 könnte sich zum Beispiel Gastgeber Ungarn über die Playoffs qualifizieren, die dann in EM Gruppe E mit Deutschland spielen müssen – in dieser Gruppe sind Deutschland und Ungarn Co-Gastgeber. Die Nachwahl wäre nötig geworden, wenn sich Ungarn nach der Gruppen-Auslosung noch nicht in der richtigen Gruppe E befunden hätte.

Die UEFA hat aber von dem Ablaufplan wieder Abstand genommen und am 22. November 2019 eine vorgezogene Auslosung durchgeführt, welche einige Details bezüglich der Playoff Wege und Spielorte regelt. Insgesamt wurden 3 Auslosungen durchgeführt:

  1. Zusammensetzung der Playoff-Wege: per Losentschied wurde ermittelt, welches der 4 Teams aus Liga C (Bulgarien, Israel, Ungarn und Rumänien) den freien Platz in Weg C bekommt. Das Ergebnis der Auslosung: Israel bekommt den freien Platz in Weg C.
  2. Spielort der Playoff-Finals: per Auslosung wurden die Spielorte der Playoff-Finals ermittelt. Das Finale in Weg A findet in Bulgarien oder Ungarn statt. In Weg B sind Bosnien-Herzegowina oder Nordirland die Gastgeber. In Weg C Norwegen oder Serbien und in Weg D Georgien oder Weißrussland.
  3. Heimrecht bei der EM 2020: diese Auslosung wurde nötig, weil sich zwei Co-Gastgeber einer EM Gruppe direkt über die European Qualifiers qualifizierten. Diesmal war das lediglich in Gruppe B der Fall, wo sich Russland und Dänemark beide in der EM Qualifikation durchgesetzt haben. Die Auslosung entschied, dass Dänemark drei Heimspiele absolviert und Russland zwei.

Wie werden die Co-Gastgeber aus den Playoffs den EM Gruppen zugeordnet?

Insgesamt nehmen 4 Gastgeber an den Playoffs teil: Ungarn, Republik Irland, Rumänien und Schottland. Durch die Auslosung 1 wurde ermittelt, in welchem Playoff-Weg zwei Gastgeber spielen. Möglich waren 3 verschiedene Szenarien mit 2 Gastgebern in Weg C oder Weg A.

Die Auslosung ergab, dass zwei Gastgeber-Länder in Weg A spielen, nämlich Ungarn und Rumänien. Im Rahmen der Extra Playoff-Auslosung legte die UEFA außerdem fest, dass der entsprechende Weg mit dem Weg D gekoppelt wird. So könnte, je nachdem wer sich für die EM 2020 qualifiziert, der Sieger aus Weg A in EM Gruppe C oder F spielen.

Diese Regelung betrifft ebenfalls die deutsche Nationalmannschaft indirekt – allerdings war vorher schon klar, dass Ungarn im Falle einer Qualifikation sicher in Gruppe F spielt. Dies sind die möglichen deutschen Gruppengegner aus Lostopf 4: Island, Bulgarien und Ungarn, beziehungsweise Georgien, Nordmazedonien, Kosovo oder Weißrussland, falls sich Rumänien in Weg A durchsetzt. Es bleibt also spannend.

Das sind die 12 Stadien bzw. Städte:

Gruppe A: Italien (Stadio Olimpico, Rom), Aserbaidschan (Olympiastadion, Baku)
Gruppe B: Russland (St. Petersburg Stadion), Dänemark (Parken Stadion, Kopenhagen)
Gruppe C: Niederlande (Johan Cruijff ArenA, Amsterdam), Rumänien (National Arena, Bukarest)
Gruppe D: England (Wembley Stadium, London), Schottland (Hampden Park, Glasgow)
Gruppe E: Spanien (Estadio de San Mamés, Bilbao), Republik Irland (Dublin Arena)
Gruppe F: Deutschland (Fußball Arena München, München), Ungarn (Ferenc Puskás Stadion, Budapest)

Stadion Olimpico in Rom – hier wird das EM-Eröffnungsspiel stattfinden.

Seit wann gibt es EM Playoffs und musste Deutschland jemals daran teilnehmen?

In der EM Historie qualifizierte bisher sich die DFB-Mannschaft zweimal über die Playoffs – diese beiden Male (EM 1972 und EM 1968) mussten allerdings alle EM Teilnehmer durch die Playoffs. Mehr dazu erfahrt ihr etwas weiter unten.

Bei den ersten beiden EMs 1960 und 1964 nahmen 8 Teams teil und gab es eine Qualifikation im Playoff-Modus bestehend aus Vorrunde, Erster Runde und Zweiter Runde. Bei den beiden EMs 1960 und 1964 war West-Deutschland noch nicht mit im Rennen. Die DDR scheiterte in der Qualifikation 1960 an Portugal und 1964 an Ungarn jeweils in der Ersten Runde – und schaffte keinmal den Einzug in die Playoffs

Bei der EM 1968 scheiterte das DFB-Team zum einzigen Mal an der Qualifikation – die DDR konnte sich in ihrer Geschichte nie für eine EM Endrunde qualifizieren. Bei der EM 1968 wurde West-Deutschland in der EM Qualifikationsgruppe 4 hinter Jugoslawien Zweiter. Entscheidend war die letzte Partie in der Dreiergruppe gegen Albanien. Am 17. Dezember 1967 gab es im Qemal Stafa Stadion in Tirana, Albanien nur ein 0:0 und Jugoslawien blieb kampflos Gruppenerster.

Bei den EM Qualifikationsrunden 1968, 1972 und 1976 wurden die 4 EM Teilnehmer in Playoffs ermittelt. Das DFB-Team konnte sich 1972 und 1976 für die EM qualifizieren. Aus 8 EM Qualifikationsgruppen kamen die Gruppenersten eine Runde weiter in die Playoffs, die mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wurden. Bei der EM 1972 hieß der Playoff-Gegner der DFB-Elf England (1:3 im Wembley Stadion und 0:0 im Olympiastadion Berlin). Und bei der EM 1976 hieß der Playoff-Gegner Spanien (1:1 im Vicente Calderón in Madrid und 2:0 im Olympiastadion München).

Die ersten beiden EM Titel holte die deutsche Nationalmannschaft in diesen Jahren bei der EM 1972 und der EM 1980. Bei den folgenden 4 Europameisterschaften 1980, 1984, 1988 und 1992 gab es keine Playoffs. 1988 war die Bundesrepublik Deutschland als Gastgeberland automatisch qualifiziert. Bei den anderen 3 EM Qualifikationen 1980, 1984 und 1992 wurde das DFB-Team immer Gruppenerster – jeweils 7 Gruppensieger qualifizierten sich für die 8er-EM.

Bei der EM 1996 wurde das Teilnehmerfeld auf 16 Teams verdoppelt und erstmals wieder Teilnehmer über das Playoff-Verfahren ermittelt – der erste EM Playoff-Sieger war die Niederlande. Die deutsche Nationalmannschaft konnte sich als Gruppenerster der Qualifikation die Teilnahme an der EM 1996 in England sichern. Bei dieser EM erzielte Oliver Bierhoff das erste Golden Goal der EM Geschichte zum 1:2-Sieg gegen Tschechien und machte den bislang letzten deutschen EM Titel perfekt. Seit der Wiedereinführung der Playoffs 1996 wurde Deutschland in der EM Qualifikation, mit nur einer Ausnahme, jedes Mal Gruppenerster und musste nie in die Playoffs. Nur in der EM Qualifikation 2008 wurde Deutschland einen Platz hinter Tschechien Gruppenzweiter in Gruppe D. In der Variante der EM Qualifikation 2008 gab es wieder allerdings wieder keine Playoffs und Gruppenzweiten waren direkt qualifiziert – so konnte sich Deutschland die 9te EM Teilnahme sichern.

Seit der EM 2012 gibt es wieder Playoffs, die für die EM 2020 stark angepasst wurden. Neuerdings werden die Playoff-Teilnehmer nicht mehr ausschließlich über die European Qualifiers ermittelt. Sondern es gibt ein Ranking, ausgehend von Ergebnissen und Ligenzugehörigkeit in der UEFA Nations League. Die bestplatzierten und nicht-qualifizierten Teams aus diesem Ranking treten bei dem neuen Playoff-Format an. Deutschland würde im Fall einer verpassten Qualifikation über die European Qualifiers eine erneute Chance in den Playoffs erhalten – Bedingung dafür ist gute Position im Ranking von Liga A in der Nations League. Bei der EM 2024 spielt das allerdings noch keine Rolle, da Deutschland als Gastgeber automatisch an der Europameisterschaft teilnimmt.

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