UEFA schafft das Financial Fair Play ab

Mehr Chancengleichheit im Fußball: UEFA schafft das Financial Fair Play ab

Anfang Mai 2022 fand im österreichischen Wien die Tagung des Exekutiv-Komitees der UEFA statt. Dort kam der europäische Fußballverband zu verschiedenen Beschlüssen, über die vermutlich noch eine Weile gestritten wird. So wurden unter anderem die Club-Wettbewerbe, vor allem die Fußball Champions League ab der Saison 2024 / 2025 reformiert. Für den Fußballfan wird sich also einiges ändern. Jedoch sind auch die Vereine, die der UEFA angehören von den Neuerungen betroffen. Nicht nur die Clubwettbewerbe werden in gut zwei Jahren ein neues Gesicht haben. Auch die schon lange umstrittene Financial Fair Play Regelung, die doch mehr Chancengleichheit im Fußball garantieren sollte, gehört bald der Vergangenheit an.

Mehr Chancengleichheit im Fußball: UEFA schafft das Financial Fair Play ab (Photo by ANDER GILLENEA / AFP)
Mehr Chancengleichheit im Fußball: UEFA schafft das Financial Fair Play ab (Photo by ANDER GILLENEA / AFP)

Viele Experten zeigen sich zufrieden

Das Financial Fair Play der Fußballvereine sei in der Theorie stets eine gute Idee gewesen, jedoch von den Vereinen nur mäßig bis schlecht umgesetzt worden. Deshalb begrüßen viele Experten die Abschaffung der Regelung. Wer bei NEO.bet künftig auf die Spiele in den Clubwettbewerben wetten möchte, wird jedoch keine besseren oder schlechteren Chancen auf einen Gewinn haben, nur weil es diese vermeintliche Regelung bald nicht mehr gibt. Das FFP sollte garantieren, dass Vereine in ihrem Ambitionen gebremst werden und dass die Ausgaben von mittlerweile recht großer bis utopischer Summen etwas fairer verläuft. Damit sollte mehr Chancengleichheit im europäischen Fußball geschaffen werden. Das war allerdings tatsächlich nur ein schöner Gedanke. In der Realität konnte man von dieser Regelung nichts bemerken. Ab Juni 2022 gehört das Financial Fair Play laut des Kongresses des UEFA Exekutiv-Komitees nun der Vergangenheit an. Allerdings stimmt auch nur das bedingt, da die neue Regelung, die stattdessen in Kraft treten wird in drei Stufen umgesetzt werden soll. Vielleicht eine neue finanzielle Fairness haben wir erst im Jahre 2025 im europäischen Fußball.

Was ändert sich?

Hauptaugenmerk der neuen Regelung ist die sogenannte Kader-Kostenkontrolle, die ab Juni 2022 in drei Stufen in Kraft treten soll. Demnach dürfen Vereine dann nur noch 70% ihrer Einnahmen für Kosten ausgeben, die den Kader betreffen. Die Dreistufenregelung besagt, dass es von Jahr zu Jahr 10% weniger sein sollen, sodass die angestrebten 70% für Kader-Kosten im Jahre 2025 erreicht werden. Zu den sogenannten Kader-Kosten zählen Spielergehälter, Honorare für Spielerberater und sämtliche Kosten, die mit Transfers im Zusammenhang stehen. Laut der UEFA ist die neue Kostenkontrolle ein Zugeständnis an die Clubs, die aktuell mehr Geld ausgeben würden als sie tatsächlich einnehmen.

Zu viele Fragen sind noch offen

Vielen Fußballexperten geht diese Reform nicht weit genug. So wurde vor allem eine Gehaltsobergrenze für Spieler gefordert. Die teilweise stark unterschiedlichen Gehälter, die Spieler von ihren Clubs erhalten, haben den Graben in den vergangenen Jahren immer tiefer werden lassen. Viele Kenner meinen, dass eine schrittweise Kostenkontrolle, die immerhin noch 70% der Einnahmen auszugeben erlaubt nicht weit genug gehen. Mehr Fairness wird es deshalb im europäischen Fußball nicht geben. Kritisiert wurde auch, dass der europäische Fußballverband seine neue Fair Play Regelung hoch angepriesen habe, bislang aber nur wenige Details über die Einzelheiten der Umsetzung und Kontrolle bekannt gegeben wurden.

BERLIN, DEUTSCHLAND - 05. OKTOBER: Aleksander Ceferin (R), UEFA-Präsident, übergibt die UEFA-Trophäe an Philipp Lahm, Turnierdirektor der Euro 2024 GmbH, während der Vorstellung des Logos und der Marke der UEFA EURO 2024 im Olympiastadion am 05. Oktober 2021 in Berlin, Deutschland. (Foto: Maja Hitij/Getty Images)
BERLIN, DEUTSCHLAND – 05. OKTOBER: Aleksander Ceferin (R), UEFA-Präsident, übergibt die UEFA-Trophäe an Philipp Lahm, Turnierdirektor der Euro 2024 GmbH, während der Vorstellung des Logos und der Marke der UEFA EURO 2024 im Olympiastadion am 05. Oktober 2021 in Berlin, Deutschland. (Foto: Maja Hitij/Getty Images)

Bundesligisten zeigen sich zufrieden

Die neue Kostenregelung betrifft zwar alle europäischen Vereine, die unter dem Dach der UEFA zusammengefasst sind, jedoch nicht in gleichem Maße. So zeigen sich die Vertreter aus der deutschen Bundesliga mit der Regelung einverstanden. Dies ist auch nachvollziehbar, weil es in Deutschland bislang keine Investoren gibt, die unbegrenzt Geld in die Vereine investieren. In anderen Ländern, vor allem in England ist das anders. Dort dürfte man sich von der neuen Regelung nicht zwingend begeistert zeigen. Einige Clubs aus anderen Ländern verlangten zu Beginn des Reformprozesses von der UEFA, dass Investoren kein finanzielles Limit gesetzt bekommen, um den jeweiligen Verein zu fördern. Diese Regelung ist allerdings vom Tisch. Dennoch sind sich viele Experten sicher, dass die Ungleichbehandlung bestehen bleibt und somit auch die Chancengleichheit im europäischen Fußball weiter auf sich warten lassen wird. Zieht man einmal die unterschiedlichen Budgets der Vereine heran, wird schnell deutlich, dass die wohl kommende 70% Grenze für jeden Verein etwas anderes bedeutet. Der UEFA-Chef Ceferin verteidigt die neuen Regelungen. Sie seien notwendig gewesen, um das Spiel zu schützen. Dennoch gab es viele Zugeständnisse. So darf die Differenz zwischen Einnahmen uns Ausgaben zu einem gewissen Anteil von einem externe Geldgeber ausgeglichen werden. Hier kam man vor allem den Clubs aus England entgegen. Zufrieden stellt diese Regelung keinen so richtig. Viele, die sich vom neuen Fair Play tatsächliche Fairness im europäischen Fußball erwartet haben blicken enttäuscht in die Zukunft.

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