Alle EM 2020 Schiedsrichter

Die Schiedsrichter erfüllen im Sport eine wichtige Funktion – die Regelhüter des Fußballs leiten die Partien und spielen auch bei der Fußball EM 2020 eine entscheidende Rolle. Die Schiedsrichter sind unparteiisch und sollen kontrollieren, ob die Regeln auch eingehalten werden. Bei der Euro 2020 sollen nur die besten 18 Schiedsrichter aus ganz Europa zum Einsatz kommen. Mit im Gepäck haben sie einige technische Hilfen wie den Videobeweis

Die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre haben auch vor dem Schiedsrichterwesen nicht Halt gemacht – technische Hilfsmittel wie Videobeweis, Torlinientechnologie oder Funk kommen bei der Europameisterschaft 2020 zum Einsatz.

Schiedsrichter Felix Brych beim Gruppe D Vorrundenspiel zwischen Uruguay und Costa Rica bei der WM 2014. AFP PHOTO / GABRIEL BOUYS
Schiedsrichter Felix Brych beim Gruppe D Vorrundenspiel zwischen Uruguay und Costa Rica bei der WM 2014. AFP PHOTO / GABRIEL BOUYS
Quick Facts zu den Schiedsrichtern der EM 2020

  • Es fahren 18 Schiedsrichter plus ihrem eigenem Team zur EURO 2020. Dabei darf jedes UEFA-Mitglied maximal einen Schiedsrichter stellen.
  • Das Schiedsrichterteam setzt sich zusammen aus dem Schiedsrichter, zwei Schiedsrichterassistenten, dem vierten Offiziellen und, falls ernannt, zwei zusätzlichen Schiedsrichterassistenten.
  • Für die Schiedsrichterteams, die für den Wettbewerb ernannt werden, gilt dasP flichtenheft für Schiedsrichter, die bei UEFA-Spielen zum Einsatz kommen.
  • Aktuell ist Dr. Felix Brych der erfahrenste und bestbewertete deutsche Schiedsrichter.

Links:

Der EM 2020 Turniermodus

EM 2020 Fußballregeln, technische Hilfsmittel: Videobeweis & Torlinientechnik

Welcher Schiedsrichter aus Deutschland ist bei der EM 2020 dabei?

Aktuell ist Dr. Felix Brych der erfahrenste und bestbewertete deutsche Schiedsrichter. Er war bereits bei der WM 2014, der EM 2016 und bei der WM 2018 dabei und hat gute Chancen für die EM 2020 als DFB-Schiedsrichter ausgewählt zu werden.

Der Schiedsrichter und Jurist ist seit 2007 FIFA-Schiedsrichter – von den Aktiven ist nur Bibiana Steinhaus noch länger dabei. Felix Brych kam bereits bei 47 Länderspielen zum Einsatz und leitete auch das Champions League-Finale 2017 zwischen Juventus Turin und Real Madrid.

Aber auch der amtierende „beste“ deutsche Schiedsrichter Felix Brych hat ein Ablaufdatum – und es ist auch möglich, dass im Vorfeld der EM 2020 die Wachablösung stattfindet.

Insgesamt zehn Elite-Referees hat der Deutsche Fußball-Bund im Juli 2019 zum Sommerlehrgang eingeladen. Unter den Teilnehmern wird höchstwahrscheinlich der UEFA EM 2020 Schiedsrichter aus Deutschland ausgewählt. Mit dabei waren: Deniz Aytekin, Dr. Felix Brych, Bastian Dankert, Christian Dingert, Dr. Riem Hussein, Daniel Siebert, Sascha Stegemann, Tobias Stieler, Bibiana Steinhaus und Felix Zwayer.

Am Rande des Elite-Treffens der deutschen Schiedsrichter – welches in Zusammenarbeit mit der UEFA in Zagreb, Kroatien stattfand – wurden die DFB-Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet.

Der deutsche Schiri Deniz Aytekin überprüft eine Szene mit dem VAR (Video Assistant Referee) um festzustellen ob Italien einen Elfmeter hätte bekommen müssen. Spiel zwischen England und Italien im Wembley Stadion in London am 27. März 2018. / AFP PHOTO / Ian KINGTON
Der deutsche Schiri Deniz Aytekin überprüft eine Szene mit dem VAR (Video Assistant Referee) um festzustellen ob Italien einen Elfmeter hätte bekommen müssen. Spiel zwischen England und Italien im Wembley Stadion in London am 27. März 2018. / AFP PHOTO / Ian KINGTON

Marina Wozniak und Deniz Aytekin sind 2019 beide erstmals mit dem Preis DFB-Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet worden.

Deniz Aytekin ist ein aussichtsreicher Kandidat von den Fußballverbänden als deutscher EM 2020 Schiedsrichter ausgewählt zu werden. Allerdings soll Aytekin ausgerechnet bei dem Elite-Trainingslager in Zagreb durch einen DFB-Leistungstest gefallen sein. Aytekin selbst erklärte zu dem Vorfall, dass leichte muskuläre Probleme eine bessere Leistung verhindert hätten. Außerdem wird er in Bild zitiert: „Die Limits waren sonst nie ein Problem für mich. Der Boden war nass, ich bin ausgerutscht.“

Wir müssen bis zur Bekanntgabe der endgültigen UEFA Entscheidung abwarten, welcher Schiedsrichter für Deutschland zur EM 2020 fährt.

Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych beim WM 2014 Spiel Uruguay (blau) gegen Costa Rica im Castelao Stadium in Fortaleza am 14. Juni 2014. AFP PHOTO / CHRISTOPHE SIMON / AFP / CHRISTOPHE SIMON
Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych beim WM 2014 Spiel Uruguay (blau) gegen Costa Rica im Castelao Stadium in Fortaleza am 14. Juni 2014. AFP PHOTO / CHRISTOPHE SIMON / AFP / CHRISTOPHE SIMON

Wie werden die Schiedsrichter ausgewählt?

Schiedsrichter müssen sich auf höchsten Niveau bewegen, um den Anforderungen des modernen Hochgeschwindigkeits-Fußball gerecht zu werden. Die Elite-Schiedsrichter müssen im athletischen und taktischen Bereich mit den Spieler auf Augenhöhe sein, damit das Spiel nicht an ihnen vorbei läuft und sie aktiv ins Spielgeschehen eingreifen können. Hinzu kommen die Anforderungen im mentalen Bereich und die belastende Kombination von immensem Medieninteresse, wütenden Fans und geringster Entlohnung.

Die Schiedsrichter stehen unter ständiger Beobachtung der Fußballverbände, die über die Auswahl der Schiedsrichterteams für ihre Wettbewerbe entscheidet. Verbände wie die UEFA oder der DFB unterstützen die Schiedsrichter bei ihren Herausforderungen und Aufgaben. Es gibt beispielsweise Kursangebote extra für Schiedsrichter, wo Fitnesstests absolviert werden oder knifflige Spielsituationen im Taktikraum besprochen werden. All dies soll den Schiedsrichtern dabei helfen auf dem Spielfeld die richtige Entscheidung zu treffen.

Aus den Beobachtungen bei derartigen Kursveranstaltungen, aber auch aus dem laufenden Spielbetrieb, erstellen die Verbände Ranglisten mit Top-Schiedsrichtern. Aus diesem Pool an hochklassigen Schiedsrichtern ergibt sich im Laufe der Vorbereitung auf die Euro 2020 das Aufgebot von 18 Schiedsrichterteams. Bei der EM 2016 waren erstmalig 24 Nationalteams und 18 Schiedsrichterteams vertreten – das wird auch bei der EM 2020 wieder so sein.

Für die Europameisterschaft 2020 wird aus 18 Ländern immer nur ein Schiedsrichterteam nominiert – das heißt also, dass zum Beispiel für Deutschland auf keinen Fall Deniz Aytekin und Felix Brych beide bei der EM 2020 dabei sein können.

 

Alle Schiedsrichter der EM 2020

Die Nominierung und Bekanntgabe der Schiedsrichterteams erfolgt üblicherweise zu einem Zeitpunkt vor dem Beginn der EM-Endrunde im April oder Mai. Wann sich die UEFA sich für 18 Schiedsrichterteams für die EM 2020 entscheidet, ist noch nicht bekannt.

Die wichtigste UEFA Schiedsrichter-Ansetzung im Jahr 2019 betraf das Champions League-Finale mit dem deutschen Trainer Jürgen Klopp zwischen Liverpool und Tottenham Hotspur. Im Mai 2019 fiel die Wahl auf den slowenischen Schiedsrichter Damir Skomina, der sicherlich auch bei der EM 2020 dabei ist.

Um herauszufinden, welche Schiedsrichter außerdem in Frage kommen, kann man sich auf diesen Seiten umschauen:

Refereeing World – UEFA Elite Referees

Nr.Name(Land,Geb.)
1Ivan BEBEK(🇭🇷 Kroatien, 1977)
2Pavel KRALOVEC(🇨🇿 Tschechien, 1977)
3Martin ATKINSON(🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 England, 1971)
4Mark CLATTENBURG(🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 England, 1975)
5David FERNANDEZ BORBALAN(🇪🇸 Spanien, 1973)
6Antonio MATEU LAHOZ(🇪🇸 Spanien, 1977)
7Alberto UNDIANO MALLENCO(🇪🇸 Spanien, 1973)
8Carlos VELASCO CARBALLO(🇪🇸 Spanien, 1971)
9Clement TURPIN(🇫🇷 Frankreich, 1982)
10Deniz AYTEKIN(🇩🇪 Deutschland, 1978)
11Felix BRYCH(🇩🇪 Deutschland, 1975)
12Anastasios SIDIROPOULOS(🇬🇷 Griechenland, 1979)
13Viktor KASSAI(🇭🇺 Ungarn, 1975)
14Daniele ORSATO(🇮🇹 Italien, 1975)
15Nicola RIZZOLI(🇮🇹 Italien, 1971)
16Gianluca ROCCHI(🇮🇹 Italien, 1973)
17Paolo TAGLIAVENTO(🇮🇹 Italien, 1972)
18Bjorn KUIPERS(🇳🇱 Niederlande, 1973)
19Bas NIJHUIS(🇳🇱 Niederlande, 1977)
20Svein Oddvar MOEN(🇳🇴 Norwegen, 1979)
21Szymon MARCINIAK(🇵🇱 Polen, 1981)
22Ovidiu HATEGAN(🇷🇴 Rumänien, 1980)
23Sergei KARASEV(🇷🇺 Russland, 1979)
24William COLLUM(🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 Schottland, 1979)
25Craig THOMSON(🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 Schottland, 1972)
26Milorad MAZIC(🇷🇸 Serbien, 1973)
27Damir SKOMINA(🇸🇮 Slowenien, 1976)
28Jonas ERIKSSON(🇸🇪 Schweden, 1974)
29Cuneyt CAKIR(🇹🇷 Türkei, 1976)

Im Blog Refereeing World gibt es eine Liste mit UEFA Elite Referees. Auf der Seite ist zwar kein Veröffentlichungsdatum vorhanden, aber die Liste scheint relativ aktuell gehalten zu sein und könnte aus der Saison 2018/19 stammen. Zumindest wird der Schiedsrichter-Blog mit viel Insider-Wissen gefüttert und im November 2019 immer noch regelmäßig aktualisiert.

EM 2016 Schiedsrichter

NameLand
Martin Atkinson🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 England
Felix Brych🇩🇪 Deutschland
Cüneyt Çakir🇹🇷 Türkei
Mark Clattenburg🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 England
William Collum🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 Schottland
Jonas Eriksson🇸🇪 Schweden
Ovidiu Hategan🇷🇴 Rumänien
Sergei Karassjow🇷🇺 Russland
Viktor Kassai🇭🇺 Ungarn
Pavel Královec🇨🇿 Tschechien
Björn Kuipers🇳🇱 Niederlande
Szymon Marciniak🇵🇱 Polen
Milorad Mažic🇷🇸 Serbien
Svein Oddvar Moen🇳🇴 Norwegen
Nicola Rizzoli🇮🇹 Italien
Damir Skomina🇸🇮 Slowenien
Clément Turpin🇫🇷 Frankreich
Carlos Velasco Carballo🇪🇸 Spanien

Wahrscheinlich werden einige Schiedsrichter der EM 2016 wieder eingeladen.

 

Sind auch wirklich die besten Schiedsrichter dabei?

Dadurch, dass immer nur ein Schiedsrichter pro Land mitfahren darf, ist die Auswahl bei der UEFA Euro 2020 natürlich etwas eingeschränkter als sonst. Es ist nur schwer möglich, dass eine hochklassige Schiedsrichterausbildung in allen Nationen gleich gut funktioniert und die Lehrgänge der UEFA machen nur einen kleinen Teil der Ausbildung aus. Daher kommen auch Schiedsrichter aus kleineren Ländern zum Einsatz, was das Niveau im Durchschnitt senkt.

Des Weiteren kommt hinzu, dass bei einer Europameisterschaft nur Schiedsrichter aus Europa teilnehmen. Die besten Referees aus Südamerika, Asien oder Afrika dürfen gar nicht eingreifen – das schmälert die Qualität der Auswahl nochmals.

In Anbetracht der Umstände, dass aber Schiedsrichter aus möglichst vielen europäischen Ländern vertreten sein sollen, machen diese Einschränkungen durchaus Sinn.

Daher lässt sich also behaupten: die 18 Schiedsrichterteams bei der EM 2020 sind wahrscheinlich die besten in ihrem jeweiligen Land. Die beiden deutschen Fan-Lager von Aytekin- und Brych-Fans würden da aber natürlich widersprechen, wenn der jeweils andere ausgewählt wird und zur EM 2020 fahren darf.

Was verdient ein EM-Schiedsrichter?

Der Verdienst der Schiedsrichter während der Fußball-WM in Russland 2018 betrug 70.000 US Dollar plus Spesen.

KategoriePro SpielVerdienst(im ganzen Turnier)
Schiedsrichter$5,000$60,000
Linienrichter $2,500$20,000
Videoschiedsrichter (VAR)$2,500$30,000

Fußball-Schiedsrichter – die Teams

Der Fußball ist in den vergangenen Jahren wesentlich schneller geworden, was nicht zuletzt auf die technisch gesteigerten Fähigkeiten sowie das intensivere Training der Mannschaften zurückzuführen ist. Insbesondere im Profi-Bereich geht es heutzutage nicht mehr nur um den Sieg, die Fußball-Vereine sind mittlerweile vielmehr zu regelrechten Wirtschaftsunternehmen mit anhängigen Arbeitsplätzen geworden. Sei es die Fußball-AG, deren Abschneiden das finanzielle Geschick des Aktionärs bestimmt bis hin zum klassischen Verein, dessen Erfolg in der Bundesliga als Grundlage für die zahlreichen Angestellten angesehen wird. Mit dieser Entwicklung steigt auch der Druck für den Unparteiischen an, da seine Entscheidungen nunmehr von einer gesteigerten Anzahl an Augen Wochenende für Wochenende emotional diskutiert wird. Die Einflüsse von Außen sind gestiegen, sei es von einem gigantischen Publikum in den größeren Arenen bis hin zum Trainer, dessen Arbeitsplatz nicht minder vom sportlichen Erfolg abhängig geworden ist.

Aus dieser Entwicklung entsteht Druck, der für einen Menschen allein schon fast nicht mehr zu bewältigen ist. Aus diesem Grund gibt es im Innenraum der Sportarenen einen vierten Offiziellen, der die Einflüsse der Trainer sowie Offiziellen auf das Spielgeschehen in einem gewissen Rahmen halten soll. Dieser vierte Offizielle dient als Hilfskraft für den Schiedsrichter und soll ihm ein Stück weit Druck abnehmen. Damit jedoch sind die Fehlentscheidungen, die es auch heute noch gibt, nicht ausgeschlossen. Fehlentscheidungen werden auch zukünftig nicht auszuschließen sein, da die Spieler heutzutage nahezu jede Möglichkeit für einen Vorteil auf dem Platz für sich nutzen.

Strittige Szenen, sei es ein vermeintliches Foul- oder ein Handspiel im Sechzehner, spielen sich in Sekundenbruchteilen ab und eine Zeitlupe (Videobeweis), wie sie die Fernsehsender für ihr Publikum bereit stellen, steht dem Schiedsrichter nicht zur Verfügung. Auf diese Weise ist es auch stets ein bei vermeintlichen Toren für den Schiedsrichter nicht leicht, weswegen die UEFA in der Saison 2009/2010 einen Modellversuch mit einem reinen Torschiedsrichter startete. Dieser Schiedsrichter sollte sich gänzlich dem Geschehen rund um die Torlinie widmen und dem Hauptschiedsrichter bei strittigen Szenen vermitteln, ob der Ball im Tor gewesen ist oder nicht. Die Torrichter wurden zunächst in der Europa-League getestet, in der Saison 2010/2011 auch in der Champions-League und im Jahr 2012 bei der Europameisterschaft eingesetzt.

Fußballregeln rund um den Schiedsrichter

Die Vollmacht des Schiedsrichters

Jedes Spiel wird von einem Schiedsrichter geleitet, der die unbeschränkte Vollmacht hat, den Fußballregeln in dem Spiel Geltung zu verschaffen, für das er nominiert wurde.

Rechte und Pflichten

Der Schiedsrichter hat

  • den Spielregeln Geltung zu verschaffen,
  • das Spiel in Zusammenarbeit mit den Schiedsrichter-Assistenten und, wo vorhanden, mit dem vierten Offiziellen zu leiten,
  • sicherzustellen, dass die Bälle der Regel 2 entsprechen,
  • sicherzustellen, dass die Ausrüstung der Spieler der Regel 4 entspricht,
  • die Zeit zu nehmen und sich Aufzeichnungen über den Verlauf des Spieles zu machen,
  • ein Spiel bei irgendeiner Regelübertretung oder aus anderem Grunde zu stoppen, zeitweilig zu unterbrechen oder abzubrechen,
  • ein Spiel bei jedem Eingriff von außen zu stoppen, zeitweilig zu unterbrechen oder abzubrechen
  • das Spiel zu unterbrechen, wenn er einen Spieler für ernsthaft verletzt hält, und zu veranlassen, dass er vom Spielfeld gebracht wird,
  • das Spiel weiterlaufen zu lassen, bis der Ball aus dem Spiel ist, wenn er überzeugt davon ist, dass ein Spieler nur leicht verletzt ist,
  • dafür zu sorgen, dass ein Spieler mit blutender Wunde das Spielfeld zur Behandlung verläßt. Der Spieler darf erst nach einem Zeichen des Schiedsrichters zurückkehren, der sich davon überzeugt haben muss, dass die Blutung gestoppt wurde,
  • von einer Spielunterbrechung abzusehen, wenn dies von Vorteil für diejenige Mannschaft ist, gegen die eine Regelübertretung begangen wurde, und den ursprünglichen Verstoß zu bestrafen, wenn der erwartete Vorteil zu dieser Zeit nicht eintritt,
  • den schwerer wiegenden Verstoß zu bestrafen, wenn ein Spieler zur gleichen Zeit mehrere Regelübertretungen beging,
  • disziplinarische Maßnahmen gegen Spieler zu ergreifen, die einen verwarnungs- oder feldverweiswürdigen Verstoß begangen haben. Er muss dies nicht sofort tun, aber auf jeden Fall dann, wenn der Ball zum nächsten Male aus dem Spiel ist,
  • Maßnahmen gegen Mannschaftsverantwortliche zu ergreifen, die sich nicht verantwortungsbewusst benehmen, und er darf sie nach eigener Einschätzung vom Spielfeld und dessen unmittelbarer Umgebung entfernen lassen,
  • nach einem Hinweis des Assistenten über Ereignisse zu entscheiden, die er selbst nicht gesehen hat,
  • zu verhindern, dass Personen das Spielfeld betreten, die hierzu nicht berechtigt sind,
  • das Spiel fortsetzen zu lassen, nachdem es unterbrochen war und
  • der zuständigen Behörde einen Bericht über das Spiel zukommen zu lassen, der Informationen über die gegen Spieler und/oder Offizielle ausgesprochenen disziplinarischen Maßnahmen sowie alle besonderen Vorkommnisse vor, während oder nach dem Spiel enthalten muss.

Entscheidungen des Schiedsrichters

Seine Entscheidungen über Tatsachen, die mit dem Spiel zusammenhängen, sind endgültig.

Er darf eine Entscheidung nur ändern, wenn er festgestellt hat, dass sie falsch war, oder falls er es für nötig hält, auch auf einen Hinweis eines Schiedsrichter-Assistenten. Voraussetzung hierfür ist, dass das Spiel noch nicht fortgesetzt war.

Entscheidungen des International Football Association Board

  1. Ein Schiedsrichter (oder, wo ebenfalls nominiert, ein Schiedsrichter-Assistent oder vierter Offizieller) kann nicht haftbar gemacht werden für
  • irgendeine, von einem Spieler, Offiziellen oder Zuschauer erlittene Verletzung,
  • irgendeinen Schaden an Eigentum irgendwelcher Art
  • irgendeinen, von irgendeinem/r Person, Verein, Gesellschaft, Verband oder einer anderen Organisation erlittenen Verlust, der aufgrund eines im Einklang mit den Spielregeln oder dem normalen Vorgehen bei der Leitung und Kontrolle eines Spiels getroffenen Entscheids entstanden ist oder entstanden sein kann.Dies kann die Entscheidung einschließen,
  • ob der Zustand des Spielfeldes oder seiner Umgebung oder die Wetterbedingungen ein Spiel zulassen oder nicht,
  • ein Spiel aus welchem Grund auch immer abzubrechen,
  • über den Zustand der auf dem Feld fest angebrachten Gegenstände oder der während des Spieles benutzten Ausrüstung, einschließlich Torpfosten, Querlatte, Eckfahnenstangen und Ball,
  • ob er das Spiel wegen Störung durch Zuschauer oder irgendeines Problems auf den Zuschauerrängen unterbricht oder nicht,
  • ob er das Spiel unterbricht oder nicht, um einen verletzten Spieler zur Behandlung vom Platz bringen zu lassen,
  • zu fordern oder darauf zu bestehen, dass ein verletzter Spieler zur Behandlung vom Platz gebracht wird,
  • ob er einem Spieler gestattet oder verbietet, bestimmte Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände zu tragen,
  • (soweit es in seiner Zuständigkeit liegt) irgendwelchen Personen (einschließlich der Mannschafts- und Stadionverantwortlichen, Sicherheitsbeauftragten, Fotografen und anderen Medienvertretern) den Aufenthalt in der Nähe des Spielfeldes zu gestatten,
  • die er in Übereinstimmung mit den Fußballregeln oder seinen Pflichten trifft, die aus den Richtlinien der FIFA, einer Konföderation, eines Nationalverbandes oder den Regeln einer Liga oder den Bestimmungen entstehen, die für ein Spiel gelten.
  1. Bei Turnieren oder Wettbewerben, für die ein Ersatz-Schiedsrichter bezeichnet wird, haben dessen Rolle und Pflichten den vom International Football Association Board erlassenen Weisungen zu entsprechen.
  2. Zu den Tatsachen, die mit dem Spiel zusammenhängen, gehören auch das Ergebnis eines Spiels sowie die Entscheidung, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht.

Anweisungen des DFB

  1. Den Schiedsrichtern und Schiedsrichter-Assistenten ist für ihre Kleidung die Farbe schwarz vorbehalten. Andere Farben dürfen ebenfalls getragen werden.
  2. Ist der Schiedsrichter über eine Entscheidung im Zweifel, so befragt er den Schiedsrichter-Assistenten, ehe er die Entscheidung trifft!
  3. Als Zeichen des Schiedsrichters zur Spielfortsetzung können Pfiff, Handzeichen, Zuruf und bloße Zustimmung zur Ausführung von Abstoß, Eckstoß, Freistoß und Einwurf angesehen werden.
  4. Spielstrafen (Freistoß, Strafstoß) können nur verhängt werden, wenn sich das Vergehen auf dem Spielfeld ereignet und der Ball im Spiel ist.
  5. Der Schiedsrichter kann ein Spiel wegen der Witterungsverhältnisse oder aus einem anderen Grund unterbrechen. Die Dauer der Unterbrechung soll 30 Minuten nicht überschreiten. Ist jedoch abzusehen, dass das Spiel wenige Minuten nach dieser Zeit fortgesetzt werden kann, soll der Schiedsrichter großzügig verfahren. Ein Spielabbruch sollte nur dann erfolgen, nachdem alle zumutbaren Mittel, das Spiel fortzusetzen, erschöpft sind.
  6. Hat sich ein Spieler verletzt, fragt ihn der Schiedsrichter, ob eine Behandlung erforderlich ist. Wenn der Spieler eine Behandlung verlangt, erlaubt der Schiedsrichter bis zu zwei Mannschaftsbetreuern, das Spielfeld zu betreten. Zur Pflege muss der verletzte Spieler das Spielfeld verlassen (davon ausgenommen ist der Torhüter). Zu diesem Zweck kann der Schiedsrichter Sanitäter mit einer Trage anfordern. Der Spieler soll das Spielfeld aber zu Fuß verlassen, wenn er dazu in der Lage ist, insbesondere dann, wenn er sich in der Nähe einer Begrenzungslinie befindet. Pro Mannschaft dürfen außer den Trägern nur zwei Personen das Spielfeld betreten. Nur der Schiedsrichter ist berechtigt, die Rückkehr eines verletzten Spielers auf das Spielfeld zu erlauben. Der Eintritt kann von irgendeiner Stelle der beiden Seitenlinien erfolgen, wenn der Ball im Spiel ist, bzw. von irgendeiner Begrenzungslinie, wenn der Ball nicht im Spiel ist. Der Schiedsrichter kann die Rückkehr des Spielers erst nach Wiederaufnahme des Spiels erlauben.
  7. Der Schiedsrichter hat Verletzungen von Spielern, die ihm von den Vereinen gemeldet werden, im Spielbericht zu vermerken.
  8. Den Spielern ist es gestattet, während Spielunterbrechungen Erfrischungsgetränke zu sich zu nehmen. Sie müssen sich hierzu jedoch an die Seitenlinie begeben. Hingegen ist es untersagt, mit Wasser gefüllte Plastiksäcke oder andere Behälter auf das Spielfeld zu werfen.
  9. Der Platzverein ist für den Schutz des Schiedsrichters und der Schiedsrichter-Assistenten sowohl vor dem Spiel, während des Spieles und nach dem Spiel, als auch beim Verlassen des Platzes verantwortlich.
  10. Der Schiedsrichter kann persönliche Strafen (Verwarnungen mit Gelber Karte, Feldverweise mit Gelb-roter oder Roter Karte) gegen Spieler aussprechen, nachdem er und die Spieler das Spielfeld zur Aufnahme des Spieles (Anstoß) betreten haben. Diese Strafbefugnis erstreckt sich auch auf die Halbzeitpause und endet endet mit dem Verlassen des Spielfeldes. Vor dem Spiel des Feldes verwiesene Spieler können ersetzt werden. Danach ist dies nicht mehr möglich.
  11. Wenn der Schiedsrichter die Vorteilbestimmung anwendet und der erwartete Vorteil in jenem Moment nicht eintritt, muss er den Verstoß, der den Vorteil ausgelöst hat, bestrafen. Dies ermöglicht dem Schiedsrichter abzuwarten, wie sich die Vorteilsituation entwickelt. Wenn sich nach kurzer Zeit, d. h. nach zwei bis drei Sekunden, kein Vorteil zeigt, muss der Schiedsrichter das Spiel sofort unterbrechen und das anfängliche Vergehen bestrafen, vorausgesetzt, der Ball ist immer noch im Spiel.
  12. Eingetragene Auswechselspieler können durch Zeigen der Gelben Karte verwarnt bzw. durch Zeigen der Roten Karte von der Teilnahme am Spiel ausgeschlossen werden. Bereits ausgewechselte Spieler unterliegen nicht mehr der Strafgewalt des Schiedsrichters.
  13. Auswechselspieler unterliegen zwar dem Entscheidungsrecht des Schiedsrichters, Spielstrafen (Freistoß, Strafstoß) können aber gegen sie nicht verhängt werden.
  14. Tritt eine Mannschaft nicht an, so hat der andere Verein die Pflicht, 45 Minuten zu warten. Danach ist er berechtigt, das Spiel nicht auszutragen.

Die Schiedsrichter-Assistenten

Pflichten

Zwei Schiedsrichter-Assistenten sind zu bestimmen, deren Aufgabe es ist, vorbehaltlich der Entscheidung des Schiedsrichters anzuzeigen,

  • wenn der Ball vollständig das Spielfeld verlassen hat,
  • welcher Mannschaft ein Eckstoß, Abstoß oder Einwurf zugesprochen wird,
  • wenn das Spiel wegen einer strafbaren Abseitsstellung unterbrochen werden muss,
  • wenn eine Auswechslung gewünscht wird,
  • wenn sich regelwidriges Verhalten oder ein anderer Vorfall außerhalb des Blickfeldes des Schiedsrichters ereignet haben.
  • wenn bei einem Vergehen der Assistent näher am Geschehen war als der Schiedsrichter (einschließlich besondere Umstände, Vergehen im Strafraum).
  • ob der Torwart sich bei einem Strafstoß nach vorne bewegt hat, bevor der Ball gestoßen wurde, und ob der Ball die Linie überquert hat.

Unterstützung

Die Schiedsrichter-Assistenten sollen ferner dem Schiedsrichter helfen, das Spiel in Übereinstimmung mit den Regeln zu leiten. Sie dürfen das Spielfeld betreten, um den Abstand von 9,15 Metern zu kontrollieren.

Bei ungehöriger Einmischung oder nicht einwandfreiem Betragen soll der Schiedsrichter den Schiedsrichter-Assistenten seines Amtes entheben. Ein solcher Fall ist der zuständigen Behörde zu melden.

Anweisungen des DFB

  1. Die Schiedsrichter-Assistenten sind Helfer des Schiedsrichters. Auf keinen Fall darf der Schiedsrichter dem Eingreifen eines Schiedsrichter-Assistenten stattgeben, wenn er selbst den Vorfall gesehen hat und auf Grund seiner Stellung im Spielfeld diesen besser beurteilen kann. Mit diesem Vorbehalt und vorausgesetzt, dass der Schiedsrichter-Assistent neutral ist, kann der Schiedsrichter die Meldung des Schiedsrichter-Assistenten berücksichtigen und, wenn sich diese auf die Spielphase unmittelbar vor Erzielung eines Tores bezieht, danach handeln und das Tor als ungültig erklären.
  2. Neutrale Schiedsrichter-Assistenten haben die Pflicht, die Aufmerksamkeit des Schiedsrichters auf jegliche von ihnen festgestellte Übertretung der Spielregeln zu lenken, wenn sie glauben, dass der Schiedsrichter diese nicht sehen konnte. Es ist jedoch Sache des Schiedsrichters, endgültig zu entscheiden.
  3. Vor dem Spiel findet zwischen Schiedsrichter und Schiedsrichter-Assistenten eine Absprache statt, bei der die Aufgaben und die Zeichengebung der Schiedsrichter-Assistenten durchgesprochen werden, um einen reibungslosen Spielablauf zu sichern!
  4. Die Schiedsrichter-Assistenten sollen bei längeren Spielunterbrechungen darauf achten, dass der Ball an der richtigen Stelle ins Spiel gebracht wird.
  5. Damit der Schiedsrichter gleich erkennt, in welche Richtung der Freistoß auszuführen ist, soll der Schiedsrichter-Assistent sofort auch die Richtung angeben, wenn er dem Schiedsrichter ein Vergehen anzeigt.
  6. Die Schiedsrichter-Assistenten sollen dem Schiedsrichter beim Spielerwechsel behilflich sein und die ein- und ausgewechselten Spieler notieren.
  7. Die Schiedsrichter-Assistenten schreiben sich auch die Verwarnungen und Feldverweise auf.
  8. Wenn der Schiedsrichter die Meldung des Schiedsrichter-Assistenten nicht beachtet, muss dessen Zeichengebung nach Beendigung des Spielvorganges aufhören, da nur der Schiedsrichter Entscheidungen trifft.
  9. Wenn eine Auswechslung gewünscht wird, soll der Schiedsrichter-Assistent die Aufmerksamkeit des Schiedsrichters darauf lenken, indem er die Fahne mit beiden Händen quer über den Kopf hält.
  10. Der Schiedsrichter-Assistent soll dem Schiedsrichter ein Zeichen geben, wenn dieser nicht erkennt, dass der Torwart den Ball unzulässigerweise mit den Händen berührt.
  11. Der Schiedsrichter-Assistent soll das Spielfeld nur betreten,a) um einen Regelverstoß des Schiedsrichters zu verhindern,
    b) wenn der Schiedsrichter bedroht wird,
    c) wenn sich der Schiedsrichter verletzt hat,
    d) bei größeren Tumulten auf dem Spielfeld und
    e) zur Herstellung des Mauerabstandes in seiner Nähe.
  1. Eine der wichtigsten Aufgaben der Schiedsrichter-Assistenten ist es, auch jenen Raum zu beobachten, in dem gerade nicht gespielt wird.
  2. Werden bei einem Spiel keine neutralen Schiedsrichter-Assistenten nominiert, so stellt jeder der beteiligten Vereine einen Schiedsrichter-Assistenten. Die Aufgaben dieser Assistenten sind stark eingeschränkt. Normalerweise zeigen sie dem Schiedsrichter nur an, ob der Ball die Seitenlinie überschritten hat. Die Aufgaben sind vor dem Spiel abzusprechen.
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